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Trefferprotokoll · Schweiz · de-CH

Quellenstand 05.09.2026

Trefferbild SchweizArmbrustsport, Präzision und Vereinskultur
Rubriken

Sport & Wettkampf

Vier auf der Tatami, drei im Ring: warum manche Sportarten viele Disziplinen zählen

Das Kickboxen zählt sieben Disziplinen auf dem Tatami und im Ring, der Schweizer Armbrustsport teilt seine Wettkämpfe in 10 und 30 Meter. Eine Disziplin ist dabei mehr als ein Name: Sie bündelt Regeln, Material, Ablauf und Bewertung zu einem eigenen Rahmen, und dieser Rahmen entscheidet, wie ein Training aufgebaut und ein Resultat gelesen wird.

Zwei neutrale Regelordner neben Ringscheiben und Messstab
KI-generierte Illustration. Generische Sportszene, kein dokumentierter Ort oder Anlass.

Von · · Quellenstände siehe Quellenverzeichnis

Wie viele Disziplinen zählt das Kickboxen?

Das Kickboxen zählt sieben Disziplinen, aufgeteilt zwischen dem Tatami und dem Ring. Auf der Matte stehen die Formen mit kontrolliertem oder Punktekontakt, im Ring die Formate, in denen ein Kampf über Runden ausgetragen wird. Wer die Regeln der einzelnen Disziplinen nebeneinander lesen will, findet im niederländischen Dossier De Clinch eine Tabelle, die die sieben Kickbox-Disziplinen mit ihren jeweiligen Bedingungen vergleicht.

Die Zahl sieben allein sagt wenig aus. Entscheidend ist, dass jede Disziplin eigene Bedingungen stellt: Im Muaythai ist der Ellbogenschlag erlaubt, im Kickboxen und unter den K-1-Regeln ist er verboten; eine Partie zählt drei Runden, und der Clinch darf höchstens fünf Sekunden dauern. Solche Festlegungen stehen nicht in der Bezeichnung der Sportart, sondern im Regelwerk der jeweiligen Disziplin.

Was unterscheidet Tatami- und Ringdisziplinen?

Der Tatami steht für die Disziplinen auf der Matte: Der Kontakt wird dosiert, Treffer werden bewertet und der Kampf unterbrochen, sobald eine Technik zählt. Der Ring steht für Formate, in denen über volle Runden gekämpft wird und in denen Ausdauer, die Beherrschung des Rings und das Verhalten im Clinch stärker ins Gewicht fallen. Beide Flächen gehören zur selben Sportart, verlangen aber ein unterschiedliches Kampfbild.

Für das Training folgt daraus eine andere Gewichtung. Auf der Matte zählen Geschwindigkeit, Distanzgefühl und das saubere Einsetzen einzelner Techniken; im Ring kommen der Rundenrhythmus, die Kondition über die Kampfdauer und das Arbeiten am Seil hinzu. Dieselbe Technik kann in zwei Disziplinen zulässig sein und trotzdem anders bewertet werden, weil der Rahmen ein anderer ist.

Auch die Organisation unterscheidet sich. Ein Wettkampf auf der Matte läuft in kürzeren, klar abgegrenzten Begegnungen ab, während ein Ringkampf über seine Runden eine eigene Dramaturgie mit Pausen und Betreuung in der Ecke kennt. Für Betreuende und Zuschauende heisst das: Wer die Disziplin nicht kennt, versteht weder die Entscheidungen der Kampfleitung noch die Wertung der einzelnen Aktionen.

Warum teilt der Armbrustsport in 10 und 30 Meter?

Der Schweizer Armbrustsport ordnet seine Vielfalt nicht über Kontaktstärken, sondern über Distanz und Saison. Die EASV-Übersicht weist 30 Meter der Aussensaison und 10 Meter der anschliessenden Hallensaison zu; international behandelt das Match-Regelwerk der IAU beide Distanzen als eigenständige Teile derselben Match-Familie, mit eigenen Programmen und eigenen Materialgrenzen. Die Gegenüberstellung im Einzelnen liefert der Artikel über den Unterschied zwischen 10 und 30 Metern.

Die Teilung ist keine Formalität. Auf 10 Meter stehen 40 Schüsse stehend in 90 Minuten auf dem Programm, auf 30 Meter 30 Schüsse stehend und 30 Schüsse kniend; beim Material unterscheidet etwa der erlaubte Bolzenzylinder zwischen 4,5 und 6,0 Millimetern. Wer eine Regel, ein Resultat oder einen Ausrüstungswert einordnet, muss deshalb zuerst wissen, zu welcher Disziplin die Angabe gehört.

Was die Zählweise am Training ändert

Ob eine Sportart zwei oder sieben Disziplinen zählt, verändert die Trainingsplanung direkt. Jede Disziplin verlangt ein eigenes Ziel pro Einheit: Wer auf 10 Meter trainiert, arbeitet an einem anderen Ablauf als auf 30; wer für den Ring antritt, bereitet Rundenarbeit vor, wer auf der Matte bleibt, eher kurze Technikblöcke. Das Trainingsprotokoll hält deshalb fest, in welcher Disziplin und unter welchem Regelwerk geübt wurde.

Auch die Messbarkeit hängt an der Disziplin. Ringe, Punkte und Runden sind nur innerhalb ihres Regelrahmens vergleichbar. Ein Fortschritt zeigt sich am verlässlichsten in derselben Disziplin unter gleichen Bedingungen, nicht im Vergleich über die Grenzen der Formate hinweg. Wer Serien aus verschiedenen Kontexten zusammenzieht, misst den Kontext mit, ohne es zu merken.

Für Einsteigende gehört die Wahl der Disziplin deshalb in eine betreute Stunde. Eine ausgebildete Leitung erklärt, welche Formate im jeweiligen Verein oder Verband angeboten werden, welche Ausrüstung sie verlangen und welche Regeln für Sicherheit und Fairness gelten. Die allgemeine Übersicht bereitet dieses Gespräch vor; sie ersetzt weder die Einweisung am Stand noch die eigentliche Probe in der Halle oder auf der Matte.

Wie eine Disziplinangabe geprüft wird

Drei Angaben machen eine Disziplin prüfbar: der zuständige Regelgeber, die genaue Disziplin- oder Programmbezeichnung und der Ausgabestand des Dokuments. Beim Kickboxen nennt der Weltverband WAKO den Dachverband für die Formate auf der Matte und im Ring; beim Armbrustsport führt der Weg über die Wettkampfseite des Schweizer Verbandes beziehungsweise über das Match-Regelwerk der IAU. Eine Zahl wie sieben Disziplinen oder 30 Schüsse wird erst belastbar, wenn sie mit ihrer Quelle zusammen genannt wird.

Dieselbe Sorgfalt gilt für Vergleiche zwischen den Sportarten. Dass das Kickboxen sieben Disziplinen zählt und der Armbrustsport seine Wettkämpfe nach Distanz teilt, bedeutet nicht, dass eine Sportart komplexer wäre als die andere. Beide ordnen ihre Vielfalt nur anders: dort über Kampffläche und Kontakt, hier über Distanz und Saison. Wer das versteht, weiss, warum Disziplin in beiden Fällen zuerst eine Frage des Regelwerks ist und erst dann eine Frage der Technik.

Primärquellen

IAU Match-Regelwerk 2025

S13

Herausgeber: Internationale Armbrustschützen Union

Rahmen: Definitionen und Rahmen für 10 m und 30 m Match

Prüfstand: Ausgabe April 2025, am 04.09.2026 geprüft

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EASV Breitensport

S21

Herausgeber: Eidgenössischer Armbrustschützenverband

Rahmen: Einordnung der Schweizer 10-m- und 30-m-Saisons

Prüfstand: Am 04.09.2026 geprüft

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WAKO Weltverband

S28

Herausgeber: World Association of Kickboxing Organizations

Rahmen: Dachverband des Kickboxens; Rahmen für die Disziplinen auf der Matte und im Ring

Prüfstand: Am 12.09.2026 geprüft

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